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Zweimal bewegt

June 20th, 2009 Julius No comments

Der Zweifel wohnt in meinem Magen. Tief drin, vergraben in Geschäftigkeit. Seit einem Jahr ringt er mit mir, und ich ringe mit ihm. Ich glaube, ihn ganz gut im Griff zu haben, so lange jedenfalls, bis „Wir sind Helden“ im Radio singen oder einer dieser neuen deutschen Filme wieder vor Berliner Kulisse spielt. Dann sticht mich dieser heiße Schmerz, als wäre mir ein unverzeihlicher Fehler unterlaufen. Als hätte ich auf irgendeiner Party der Freundin meines Freundes ins Dekolleté gegriffen. Oder im Büro den Chef geohrfeigt. Wie unerklärlich. In meinem Falle ist es so: Ich bin fortgezogen aus Berlin.

So beginnt, ein Artikel im Tagesspiegel, dessen Autor es, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen ist, dass berliner Lebensgefühl aufs Papier zu bringen. Ein Gefühl, dass oft mein Heimweh und meine Liebe zur Stadt begründet. Beim Lesen kamen viele Erinnerungen hoch und auch eine Träne suchte Ihren Weg nach Aussen.

Wirklich empfehlenswert zu lesen. Vielleicht ist das Textstück auch gar nicht so toll und ich urteile so nur mit meiner subjektiven Wahrnehmung - ob das allerdings stimmt oder nicht, kann man nur beurteilen, wenn man Es auch gelesen hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auf, auf zum Artikel und Lesen.

Der Artikel im Tagesspiegel über Zu- und Weggezogene aus Berlin

Abschliessen möchte Ich heute mit folgenden Worten und einem Verweis:
Meine Gedanken und Hoffnungen sind bei den Menschen im Iran, die sich seit Tagen für eine Abkehr von der Theo- hin zur Demokratie einsetzen - ungeachtet staatlicher Unterdrückungs- und Manipulationsmaßnahmen. Lasst uns zusammen hoffen, dass Ihr Bemühen nicht wie bei Tienanmen umsonst sein wird.

Dazu ein Gedicht, dass eine iranische Bürgerin letzte Nacht - eine Nacht in der die Protestrufe lauter waren, als in allen Vorangegangenen - beim Filmen eben dieser Protestrufe, hochgeladen hat.

“Where is this place? This is Iran the land of you and me”

Kopf, Herz, Schweiss

February 22nd, 2009 Julius 1 comment

Kopf, Herz, Schweiss - Der Slogan des Abends. Jawoll! Das warn Abend!

Warum im Magnet aber neuerdings komische Leute rumlaufen und sogar zwei (!) hip-hop-artige Lieder kamen, weiß trotzdem kein Mensch. Aber von vorne:

Donnerstag. Mein Vater hat mal angerufen um mich von der Tatsache zu unterrichten, dass meine Oma am Wochenende Geburtstag habe, er dafür nach Berlin fahren würde und ich doch mitkommen solle. OK, bis hier her klingt das ganze ungefähr so spannend wie Toast. Trotzdem weiter im Kontext: Da ich lange schon nich mehr in der guten alten Heimat war, entschied ich mich dann doch dazu, mal wieder vorbeizustrahlen und auch mal Oma ‘nen Glückwunsch zu übermitteln.

Wenn man mal schon wieder da is, wo der Bär steppt (namentlich Berlin) da will man natürlich auch mal wieder mehr reissen als nurn Familiengeburtstag - nur hatte ich (vorerst) keine Ahnung was. Und auch, wenn man das eigentlich nich tut, mach ichs nun trotzdem: Ich lobe mich selbst. Warum? Klare Sache: Als wir dann mitm Auto gegen 24 Uhr dann Berlin erreichten, war meiner erste Aktion, aufgrund meiner Affinität zur Musik, MotorFM einzuschalten. Das tat vllt. gut ey!

Aber nun der Kracher: Da kam doch tatsächlich ne Durchsage, dass am Samstag 4 Jahre MotorClub im Magnet gefeiert wird und - unter anderem - Frittenbude live auftritt. Meine Gedanken in diesem Moment waren ca. : Da rollts ja dem Frosch die Locken - da musste hin. Wem Frittenbude nix sagt, der solls googlen :P. Mich erinnern Sie auf jeden Fall an eine Mischung aus Egotronic und der Mediengruppe.

Am Samstag hab ich dann bisschen rumtelefoniert und ‘ne sehr gute Freundin (du weisst, dass ich dich meine, wenn du das liest :D), war auch spontan dabei. Geile Sache. Am frühen Nachmittag (naja, bei mir wars eher morgens) schnell auf dem Geburtstag gewesen - aber das soll dann auch schon genug an Worten bezüglich der Thematik sein.
Samstag Abend also dann flink an den Bahnhof, in voller Vorfreude auf einen grandiosen Abend. Aufm Bahnhof kam mir dann doch noch der spontane Einfall den dicken Nylle-Bär anzurufen, der Frittenbude auch nich abgeneigt is und zudem sowieso quasi meine Musik hört und auch mindestens genau so Panne im Kopp is. Kurz: Er kam dann auch mit, auch wenn der eigentlich nich wollte. Aber nich nur das: Toni - der einzig wahre (:D) kam auch mit - coole Sache. Also sind die zwei dann auch noch zugestiegen (Vinetastraße, wers genau wissen will :P) und die wilde Sause konnte losgehen.

Angekommen an der Greifswalder haben wir dann erstmal unsere Straßenbahn verrafft, aber da wir jung, dynamisch, sportlich und sexy sind, sind wir dann eben gelaufen.

Kommen wir nun zum eigentlich elementaren Teil des Textes. Angekommen im Magnet, nachdem wir um 4€ erleichtert worden sind, die Schlange zur Garderobe überwunden und sein Zeug dort abgegeben hat (mittlerweile waren dann 5€ weg^^) sind wir erstmal an die Bar ran und ham standesgemäß erstmal ‘nen Bier bestellt. Die Bühne schien schon vorbereitet, zumindest standen diverse Gitarren, ein Keyboard und ein Schlagzeug drauf, was Nylle und mich dann, angesichts des Sounds von Frittenbude, den wir Hinterkopf hatten, doch irgendwie verwirrte :D.

Irgendwann, hörten wir dann auch Gitarren, die Klänge von sich gaben, also sind wir hin. Die ganze Sache klang für Frittenbude ziemlich rockig und als der Sänger dann englische Texte von sich gab, dachte ich mit meinem sherlock-holmes-gleichartigen Gedächtnis so bei mir: Da stimmt was nich. Keiner von uns wusste eh genau, ob Frittenbude nun wirklich live auftrteten würde oder nur gespielt werden würden. Das erschloss sich uns aus den Flyern nich so Recht. Aber es musste angesichts der Tatsachen, das merkbar viele Pandabären und Leute mit Frittenbude-Shirts rumliefen sich wohl doch um einen Live-Auftritt handeln, der noch folgen sollte. Schreck lass nach!

Um’s aufn Punkt zu bringen: Besagte rockige Band von eben, war die “Vorband”, die auch gar nich so unbekannt war wohl: Wintersleep. Nach viel Dramatik in den Texten und scheinbar-endlosen-aber-geilen Instrumentaleinlagen ohne Text, verabschiedete sich die Band mit einem Dankeschön und bekamen zurecht Applaus.

Nach einer scheinbar nicht-enden-wollenden Zeitspanne in der die Instrumente von Wintersleep abgebaut und die Bühne für Frittenbude vorbereitet worden ist, trat irgendwann jemand auf die Bühne, stellte sich hinter ein Macbook und einen Mischteller und gab folgenden Satz von sich:

Hallo Berlin, wir sind Frittenbude!

Abermals machte sich Verwirrung breit. Wir sind Frittenbude bei einer Person. Aber auch dieses Geheimnis wurde aufgelöst, als zwei weitere Personen die Bühne betraten: Einer an die Gitarre, einer ans Mikrophon. Und die sahen genau so aus wie man Sie sich vorstellte. Nich zuletzt wegen der übergroßen weissen Sonnenbrille des Sängers oder der Aufschrift I still listen to Bands that don’t even exist yet auf dem Shirt, des Gitarristen - Also bei der Band da passen Musik und die Gestalten dahinter echt zusammen.

Die haben dann auch gar nich lange rumgefackelt und gleich mit Hildegard losgelegt. Kein Vergleich zur Band davor: Die Leute im Publikum (mich eingeschlossen) sind so krass abgegangen, als gäbs kein morgen. Es - das Publikum und der Raum - war so voll, und schien immer voller zu werden. Alle schienen in Pogo-Extase zu den hypnotisch-wirkenden Bässen und Texten einer Frittenbude.

So dauerte es auch nicht lange, bis die ersten Gäste, vorne auf die Bühne stiegen und der Stagediving-Marathon begann - das wollte gar nich mehr aufhören! Oft warens die gleichen Leute, ab und an auch neue. Der Sänger gab oft seine (echt unterhaltsamen) Kommentare zu den Leuten dazu oder schubste sie lässig in die crowd - natürlich alles mit ‘nem freundlich-familiären Unterton: So muss das! Ein musikalischer Kracher folgte dem Anderen und mit jedem Lied schien sich die Partystimmung zu steigern und die Leute sich beim Tanzen, Pogen oder Pogo-Tanzen ^^ mehr reinzuhängen. Der Saal kochte. Hammer geil! Ansagen, seitens der Band wie Und wenn der Beat gleich losgeht, dann geht hier ab, vermischt euern Schweiss und nehmt den Club auseinander heizten die Stimmung echt noch mehr an und wir folgten den Instruktionen natürlich brav :D. Der Text wird der Stimmung, so wie ich sie empfunden habe, gar nicht gerecht.

Ich fasses einfach nochmal kurz zusammen, so gut ich kann: Hypnotische Massenmusikextase hervorgerufen durch eine Mischung aus Elektrobeats und deutschen Texten, die vor Energie nur so strotzten.

Um 3 (oder wars 2 - keine Ahnung) Uhr war der Auftritt dann leider auch zu Ende - Naja, ich war da eh schon total am Sack xD. Wir sind dann noch rüber auf die eigentliche Tanzfläche und wollten noch ein bisschen die Rockklänge eines Magnets geniessen. Lief auch soweit alles gut. Nur musste ich fesstellen, dass sich das Publikum des Magnets doch teilweise radikal verändert hat. Der Großteil der Leute war aber immernoch gut knorke :D.
Auch der Schrecken, der in mir aufkam, als auf einmal ein Hip-Hop-artiges Lied gespielt worden ist, war nur von kurzer Dauer. Hoffen wir, dass es sich bei diesem musikalischen Ausrutscher (ich betitel mal einfach so) um ein einmaliges Ereignis handelt. Das Publikum wurde meines Erachtens nach, bei diesem Lied auch deutlich ruhiger und weniger tanzwütig. Die Leute haben doch noch Geschmack! Gut so!^^

Allzu lang konnte ich mich dann aber auch nicht mehr auf der Tanzfläche aktiv bewegen, die Stunden des Konzertes davor, riefen erste Erscheinungen von Müdigkeit bei mir hervor. Also sind wir dann - wieder einmal in unserer jugendlich-dynamischen Spontanität - zum Alex gelaufen und in ‘ne S-Bahn gestiegen (denn in Berlin fahren die S-Bahnen ja am Wochenende nachts durch!!!). Am Zielbahnhof dann angekommen. Dann: Durch die Kälte nach Hause kämpfen, versuchen nich auszurutschen. Angekommen. Bett. Dabei bemerkte ich, dass meine Ohren immernoch leicht betäubt waren vom Club (erwähnte ich, dass wir quasi vorne unmittelbar vor der Box standen beim Konzert? :D). Nylle berichtete mir gerade, dass sein rechtes Ohr wohl immernoch leidet. Jede Sucht macht einen doch irgendwie kaputt - aber da is mir die Sucht zur Musik doch echt noch die Liebste.

Ich entschuldige mich im Nachhinein für Rechtschreib- und Grammatikfehler oder einem evlt. anderen Niveau des Textes, als das, was man hier sonst vllt. so lesen kann/muss/mag, aber ich habe gute 4h Schlaf und darauffolgend eine 7,5 stündige Fahrt von Berlin nach Stuttgart hinter mir und wollte die ganzen Eindrücke hier unbedingt noch loswerden, solange die Euphorie von gestern noch in Resten vorhanden ist und bevor ich wieder zu faul werde, doch noch ‘nen Text darüber zu schreiben. Ich hab sicher auch noch 1000 Sachen vergessen, aber ‘nen ungefähren Eindruck solltet ihr nun haben.

Ich verabschiede mich mit einem Der Zucker, den wir brauchen, der ist in unseren Köpfen schon drin (Frittenbude - Zucker).
Ab ins Bett nun. Bis dann.

Lass uns Indie tanzen!

January 1st, 2009 Julius No comments

…wie im Bang Bang Club am Dienstag :D. Seitdem gibt’s einen Song, den ich nich mehr ausm Kopf bekomm und den ich immer wieder und wieder hören muss. Silvester war ja auch - Da gibt’s auch 2-3 Storys zu erzählen. Aber das ist ein anderes Kapitel ;).

Es folgt: Musik.

Das Beste zum Schluss:

Wünsche euch Allen ein frohes neues Jahr!! *konfetti* Weeehaaaa - Freude! :D

Noisia im ICON…

August 30th, 2008 Julius No comments

…is ja schon ne dolle Sache, und wenn man dann noch ne Mail, nachm Gewinnspiel, in dem es um die Karten ging, bekommt, mit folgendem Wortlaut:

“hurra! du hast gewonnen und stehst heute abend + 1 auf unserer gästeliste.

bis später,

recycle-crew”

is das irgendwie noch toller - 20€ gespart - getanzt wird trotzdem.

Zieht durch, der Bob.